Warum ich Schwarzwaldmilch trinke und was das mit Loyalität zu tun hat
Eine Hochzeit im Schwarzwald, die hängen geblieben ist
In über 18 Jahren als Karikaturist und Schnellzeichner habe ich unzählige Gespräche geführt. Mit Gästen, Brautpaaren, Kollegen und manchmal auch einfach mit Menschen, die mir beim Zeichnen über die Schulter schauen.
Viele dieser Gespräche sind schön. Einige sind lustig. Und ganz wenige bleiben wirklich hängen.
Eines davon passierte auf einer Hochzeit im Schwarzwald. Ich meine, es war Hinterzarten. Junge Leute, entspannte Stimmung und viele Gäste aus dem Umfeld der Milchbauern.
Der Satz, der geblieben ist
Irgendwann, zwischen zwei Karikaturen, sagt einer der Gäste zu mir:
„Unterstütz uns. Kauf Schwarzwaldmilch.“
Ich musste schmunzeln. Klar, dachte ich mir. Kann man machen.
Aber das Verrückte ist: Ich habe es mir wirklich gemerkt.
Vom Witz zur Gewohnheit
Seitdem stehe ich im Supermarkt und denke genau in diesem Moment daran. Und wenn ich die Wahl habe, greife ich zur Schwarzwaldmilch.
Nicht, weil ich muss. Sondern weil ich will.
Weil ich diese Begegnung hatte. Weil ich die Menschen dahinter gesehen habe.
Erol ist loyal
Ich habe irgendwann gemerkt, dass sich dieses Verhalten durchzieht.
Ich fahre heute einen Mercedes, weil ich viele Jahre bei Daimler-Veranstaltungen gearbeitet habe.
Ich kaufe Reifen von Kumho Tires, weil ich für sie im Einsatz war.
Und ich entscheide mich oft bewusst für deutsche oder europäische Produkte.
Nicht aus Pflichtgefühl. Sondern aus Überzeugung.
Was das mit meinem Job zu tun hat
Als Karikaturist lebe ich davon, dass mich Menschen buchen. Dass sie mir vertrauen. Dass sie mich auf ihre Events holen.
Und genau deshalb ist es für mich selbstverständlich, etwas zurückzugeben.
Vielleicht nicht immer direkt. Aber immer ehrlich.
Kunst, Begegnung und ein bisschen Buttermilch
Am Ende sind es genau diese kleinen Geschichten, die meinen Job ausmachen.
Nicht nur die Zeichnungen. Sondern die Begegnungen.
Und manchmal eben auch eine Packung Buttermilch im Einkaufswagen.
Erol ist loyal.
Mermay. Damals gezeichnet. Heute neu gedacht.
Vom iPad zum nächsten Schritt
Vor ein paar Jahren habe ich bei einer Mermay-Aktion mitgemacht. Im Mai dreht sich bei vielen Illustratoren alles um Meerjungfrauen und Meermänner.
Also habe ich mich kurzerhand selbst als Meerjungmann gezeichnet. Mit iPad in der Hand. Klar.
Ein Bild. Zwei Zeitpunkte.
Das war damals das Ergebnis. Eine klassische iPad-Karikatur, entstanden aus der Idee heraus, mich selbst in dieses Thema einzubauen.
Jetzt habe ich genau dieses Bild noch einmal aufgegriffen und mit den heutigen Möglichkeiten weiterentwickelt.
Keine neue Zeichnung. Eine Weiterführung.
Es ist keine neue Zeichnung entstanden. Sondern eine Weiterführung von dem, was schon da war.
Ich finde es spannend zu sehen, wie sich Stil und Technik verändern. Nicht, weil das Alte schlechter ist. Sondern weil plötzlich neue Wege dazukommen.
Die Idee bleibt
Am Ende bleibt es immer das Gleiche. Die Idee kommt von mir.
Und dann wird geschaut, was daraus entstehen kann. Wie diese Charkterstudien



Bierdeckel-Karikaturen, neu im Angebot!!
Kompakt, persönlich und sofort greifbar
Mit den Bierdeckel-Karikaturen kommt ein neues Format ins Angebot, das auf Anhieb wirkt.
Klein im Format, aber mit viel Persönlichkeit – ideal für Events, bei denen es locker, nahbar und gleichzeitig besonders sein darf.
An der Staffelei oder als Walking Act
- An der Staffelei als fester Anlaufpunkt
- Als Walking Act direkt bei den Gästen, von Tisch zu Tisch
So entsteht entweder ein zentraler Treffpunkt oder eine lebendige Interaktion mitten im Geschehen.
Standard: Blanko oder mit Erol-Branding
Zum Einsatz kommen Blanko-Bierdeckel oder Varianten mit Erol-Branding.
Durch das handliche Format sind sie sofort einsetzbar und unkompliziert im Handling.
Je nach Event sind auch unterschiedliche Formen oder individuelle Gestaltungen möglich.
Hochzeiten: Gastgeschenk mit persönlicher Note
Gerade bei Hochzeiten bieten sich Bierdeckel-Karikaturen besonders an.
Sie lassen sich wunderbar als persönliches Gastgeschenk einsetzen oder auch als individuelles Präsent für das Brautpaar.
- Vorderseite: Karikatur
- Rückseite: Wünsche und Widmungen an das Brautpaar
So entsteht ein ganz persönliches Erinnerungsstück, das weit über klassische Give-aways hinausgeht.
Für Events jeder Art
- Firmenfeiern
- Messen
- Geburtstage
- Sommerfeste
- Jubiläen
Sie sind schnell erstellt, leicht mitzunehmen und bleiben im Umlauf – oft sogar noch lange nach dem Event.
Direkt, unkompliziert und nah am Gast
Das Format lebt von seiner Nähe zum Publikum.
Keine großen Hürden, kein Warten auf Ausdrucke oder Versand - die Karikatur entsteht direkt vor Ort und wandert sofort in die Hand des Gastes.
Fern der Heimat - und doch irgendwie Zuhause
Manchmal denke ich, als Karikaturist ist man so etwas wie ein fahrender Händler aus alten Zeiten. Nur dass ich keine Gewürze oder Stoffe dabei habe, sondern Stifte, Papier und jede Menge Gesichter. Und so kommt es, dass ich als Karlsruher Künstler immer wieder irgendwo in Deutschland auftauche, manchmal hunderte Kilometer entfernt von der Heimat.
So auch beim Wissenschaftsjahr 2014 in Berlin.
Ich erinnere mich noch gut: Ich stand dort als gebuchter Karikaturist zwischen all den Ständen, Wissenschaftlern und Besuchern und dachte mir kurz: Na gut, Erol, jetzt bist du hier ganz allein aus Karlsruhe angereist.
Dachte ich.
Denn plötzlich stehen zwei Herren vor mir, schauen auf meine Zeichnungen und fragten mich, woher ich sei.
Es stellte sich heraus: Die beiden waren vom FZI - Forschungszentrum Informatik Karlsruhe.
Natürlich. Die Welt ist klein.
Doch damit nicht genug. Einer der beiden Herren blickte quer durch den Raum und sagte plötzlich:
"Warten Sie mal..."
Er zeigte auf einen Mann am anderen Ende der Veranstaltungshalle.
"Sehen Sie den Herrn dort? Das ist doch der Leiter vom ZKM in Karlsruhe."
Dann riefen sie tatsächlich quer durch den Raum:
"Wissen Sie eigentlich, woher dieser Künstler kommt?"
Der angesprochene Herr schaute herüber. "Der isch aus Karlsruh´." lösten die zwei das Rätsel auf.
Und da stand ich nun.
Mitten in Berlin. Beim Wissenschaftsjahr 2014.
Umgeben von Forschern, Besuchern und Ausstellern.
Und plötzlich fühlte sich alles wieder ein bisschen nach Karlsruhe an.
Es sind genau diese Momente, in denen man merkt: Man kann noch so weit reisen - irgendeine Verbindung zur Heimat taucht immer wieder auf.
Solche Momente passieren mir tatsächlich öfter.
Einmal war ich auf einer Hochzeit irgendwo im Schwäbischen gebucht. Ich baue meinen Zeichenplatz auf, schaue mich um und merke langsam: Die Dialekte um mich herum klingen verdächtig vertraut. Am Ende stellte sich heraus, dass ein nicht gerade kleiner Teil der Hochzeitsgesellschaft aus Karlsruhe kam.
Und das Beste: Einige dieser Gäste sehe ich heute noch regelmäßig wieder, zum Beispiel wenn ich im Ettlinger Tor sitze und dort zeichne. Dann heißt es plötzlich:
"Sie haben uns doch auf der Hochzeit von ... gezeichnet!"
Das sind die schönsten Wiedersehen.
Ein besonders legendärer Moment war aber ein Coca-Cola-Event im Steigenberger Airport Hotel in Frankfurt.
Ich komme mit meinem Koffer an, setze gerade einen Fuß in die Lobby und noch bevor ich überhaupt eingecheckt habe, höre ich hinter mir:
"Ist das nicht der Erol aus Karlsruhe?"
Ich drehe mich um und denke: Woher kennen die mich denn?
Die Antwort war fast noch besser. Die Leute hatten mich 12 bis 15 Jahre vorher bei einer Veranstaltung erlebt.
Zwölf Jahre.
In dieser Zeit hat mancher sein Handy dreimal gewechselt, seinen Job zweimal und seinen Friseur mindestens fünfmal. Aber offenbar kann eine Karikatur - oder vielleicht auch der Karikatourist dahinter - doch einen bleibenden Eindruck hinterlassen.
Und genau das sind die Momente, die ich an meinem Beruf liebe.
Man fährt irgendwo hin, denkt, man sei völlig fremd dort, und plötzlich merkt man: Ein Lachen, eine Zeichnung oder eine alte Begegnung reist manchmal weiter als man selbst.
Oder anders gesagt:
Fern der Heimat - und doch irgendwie immer ein bisschen Zuhause.
Der Karikatourist - Die Reise geht weiter
Lange Zeit war mein Rucksack das Symbol meiner Arbeit.
Er stand für all die Wege, die ich gegangen bin. Für die vielen Ausflüge in unterschiedliche Welten der Zeichnung. Für Messen, Firmenveranstaltungen, Hochzeiten, spontane Begegnungen und für tausende Gesichter, die ich in wenigen Minuten in Linien verwandeln durfte.
Der Rucksack war perfekt für diese Etappen.
Er war leicht. Flexibel. Immer bereit für den nächsten Auftritt, die nächste Idee, das nächste Experiment.
Doch irgendwann merkt man, dass aus vielen kleinen Ausflügen langsam etwas Größeres wird.
Eine Reise.
Und auf einer echten Reise trägt man keinen Rucksack mehr.
Man nimmt einen Koffer.
Der Koffer steht für etwas anderes.
Für Erfahrung. Für Werkzeuge, die sich über viele Jahre angesammelt haben. Für Erinnerungen, Techniken und Stile, die man unterwegs gesammelt hat. Für all das, was einen Künstler ausmacht.
Und jetzt kommt ein neues Kapitel hinzu.
Künstliche Intelligenz.
Ich gehe diesen Weg nicht blind und auch nicht leichtfertig.
Im Gegenteil. Ich verstehe sehr gut, warum viele Menschen dieser Entwicklung mit Skepsis begegnen. Nicht nur in der Kunst. Auch in vielen anderen Berufen.
Neue Technologien haben immer zwei Seiten.
Sie können Möglichkeiten eröffnen, aber sie können auch Unsicherheit auslösen. Besonders dann, wenn man über viele Jahre einen bestimmten Workflow aufgebaut hat und plötzlich alles infrage gestellt wird.
Diese Sorge ist nachvollziehbar.
Deshalb gehe ich diesen Weg nicht als jemand, der sagt:
„Alles Alte ist vorbei.“
Ich gehe ihn eher wie ein Reisender, der neugierig ist.
Ich beobachte.
Ich teste.
Ich wäge ab.
Pro und Contra gehören für mich zu dieser Reise dazu.
Aber eines weiß ich auch:
Wer niemals losläuft, wird niemals herausfinden, wohin ein Weg führen kann.
Und genau deshalb sitze ich jetzt auf diesem Koffer.
Nicht weil ich das Ziel kenne.
Sondern weil ich weiß, dass die Reise begonnen hat.
Nach all den Ausflügen - in die Welt der klassischen Karikatur, der Schnellzeichnerei, der digitalen Illustration und der Live-Events - beginnt jetzt ein neues Abenteuer.
Eine Reise, deren Ziel wir noch gar nicht kennen.
Vielleicht führt sie uns zu neuen Stilrichtungen.
Vielleicht zu Formen der Kunst, die wir uns heute noch gar nicht vorstellen können.
Vielleicht entdecken wir unterwegs ganz neue Inseln.
Oder sogar Kontinente, die heute noch nicht einmal auf unserer Karte existieren.
Was ich aber sicher weiß:
Die Reise selbst ist der spannendste Teil.
Und so wie bei jedem guten Abenteuer gilt auch hier:
Niemand weiß, wie lange diese Reise dauern wird.
Und niemand weiß genau, wohin sie uns führen wird.
Aber wir haben immer genug Platz im Koffer.
Platz für neue Ideen.
Für Erfahrungen.
Für Dinge, die wir unterwegs entdecken und mit nach Hause nehmen.
Wie kleine Souvenirs einer Reise.
Manche davon werden vielleicht zu neuen Werkzeugen.
Manche zu neuen Stilen.
Und manche zu Geschichten, die wir erst viel später wirklich verstehen.
Doch genau dafür ist der Koffer da.
Er wächst mit der Reise.
Und so sammeln wir weiter, was uns begegnet.
Schritt für Schritt.
Bild für Bild.
Denn jede große Reise beginnt mit einem einzigen Schritt.
Und diese hier hat gerade erst begonnen.
Der Karikatourist.
Die Reise geht weiter. ✨